Ich habe den Film nun gesehen. Man kann ihn sich ansehen, aber mir persönlich ist er insgesamt zu ruhig. Es geht alles leise und langsam voran. Oft wird nicht gesprochen, dann wird nur länger gezeigt, wie Agnes in der Stadt unterwegs ist.
Hintergrundmusik gibt es überhaupt keine. Die hat man im realen Leben ja auch nicht ständig um sich rum.
Die meiste Zeit über wird Agnes gezeigt, wie sie auf der Suche nach ihrer Tochter Lydia ist oder wie sie ihren Gedanken nachhängt.
So nach einer guten Viertelstunde Laufzeit des Films trifft sie dann auf Ines, die Obdachlose, die sie durch deren freche und fordernde Art von da ab nicht mehr los wird. Die beiden blaffen sich dann manchmal ziemlich an. Vor allem Ines sagt oft das was sie denkt, und das manchmal heftig und in der Gossensprache.
Einerseits ist der Film schon etwas interessant, aber andererseits habe ich nach dem Anschauen auch gedacht, dass man ihn nicht unbedingt sehen muss. Für's Kino ist er eigentlich nicht sehr geeignet. Auch nicht für die Prime Time um 20:15 Uhr im Fernsehen. Dafür ist er zu ruhig, was mancher Zuschauer wohl auch als "langweilig" bezeichnen würde.
Hier sind ein paar Infos zum Film und ein wenig was, was mir nicht ganz klar ist. Ich habe es mal als Spoiler geschrieben, weil dabei einiges über das Ende des Films verraten wird.
- Agnes findet ihre Tochter nicht. Ohne sie gesehen zu haben, reist sie am Schluss ab und fährt nach Hause.
- Ich bin mir nicht sicher, ob Tochter Lydia am Schluss gezeigt wird. Da ist eine junge Passantin, die von Ines, die hinter Lydia herläuft, angerempelt wird, so dass ihr ihre Einkäufe (oder so) runterfallen. Sie schaut Ines dann nach. Möglicherweise soll das Lydia sein, die ganz knapp ihre Mutter verpasst hat und ihr beinahe begenet wäre.
- Am Schluss (Agnes ist sauer auf Ines und mittlerweile wohl doch genervt von ihr), verlässt Agnes frühmorgens heimlich mit ihren Sachen das Hotel und macht sich schnell auf den Weg zum Bahnhof. Kurz darauf wird Ines wach, die sich bei Agnes im Hotelzimmer eingenistet hatte, und läuft sofort auf die Straße, um Agnes noch zu finden und einzuholen. Sie rennt den Bürgersteig entlang und ruft dabei Agnes' Namen. Dann rempelt sie die Passantin an (siehe oben) und läuft weiter. Die Kamera zeigt nun die Passantin, die beginnt, ihre Sachen aufzusammeln. Einen Moment später hört man Reifen quietschen und einen Knall. Die Passantin schaut auf und sieht, dass Ines von einem Auto angefahren wurde und nun auf der Straße liegt. Ein Mann scheint per Handy einen Notartzwagen anzuforderen.
Was mit Ines ist, erfährt man dann nicht mehr. Agnes hat jedenfalls nicht mitbekommen, dass sie hinter ihr hergelaufen war.
Ironie: Ines' Masche war es immer, sich bei fremden Leuten vor's Auto zu werfen, so dass ihr dabei nichts passiert, aber so, dass die erschreckten Autofahrer ihr dann ihre Hilfe anbieten und sie gar mitnehmen.
Am Schluss des Films hat es nun versehentlich richtig gerummst...