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Thema: Roman zur 1. Staffel (638-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema
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Roman zur 1. Staffel

Der britische Autor David Hewson hat einen Roman geschrieben, in dem die Handlung des ersten Falls von Kommissarin Lund in leicht abgewandelter Form erzählt wird.
Das Buch ist nun in Dänemark unter dem Titel "Forbrydelsen" erschienen, ob es auch in Großbritannien und anderen Ländern veröffentlicht werden soll, weiß ich nicht.

Unter dem nachfolgenden Link hat hat jemand für die dänische Zeitung Ekstra Bladet eine Kritik über das Buch geschrieben und in der fällt es total durch. Es sei kaum spannend und würde einen beim Lesen nur wenig fesseln. Es wäre ein völlig überflüssiges Werk.

http://ekstrabladet.dk/flash/boeger/article1769310.ece

Re: Roman zur 1. Staffel

Antwort #1
Das Buch von David Hewson wird ab Anfang Februar 2013 nun auch in Deutschland erhältlich sein, unter dem Titel
Das Verbrechen: Kommissarin Lunds 1. Fall.  Hier gibt es eine längere Rezension zu diesem im Feuilleton der FAZ (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.01.13, Autor: Jochen Hieber), in der es nur mäßig gut beurteilt wird:
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/belletristik/david-hewson-das-verbrechen...

Es heißt in dem Artikel, wer die Serie nicht kennt, der könnte durchaus gefallen an dem Buch finden, aber wer zuvor die Serie gesehen hat, wird vielleicht etwas enttäuscht sein.
Die Charaktere wären im Buch ziemlich anders beschrieben, als sie es in der Serie gewesen sind, so dass man im Buch ganz andere Eindrücke und Vorstellungen von ihnen bekommt. Im Artikel heißt es dazu:

Etwas eindimensional und flach
Im Fall von Søren Sveistrups [Anm.: dem Drehbuchautor der Serie] Fersehserie heißt das zunächst: Die Schauspielerin Sofie Gråbøl wird für den Zuschauer von Sequenz zu Sequenz, von Folge zu Folge immer identischer mit der Figur, die sie verkörpert - eben mit der Kopenhagener Kommissarin Sarah Lund. Es ist vor allem die Unbedingtheit ihres Spiel, die den Krimi so unwiderstehlich macht. Ehrgeizig, aber nie streberhaft, besessen, aber nie fanatisch, zäh, zugleich sensibel, sogar charmant und dabei sich selbst überfordernd bis an den Rand des physischen und psychischen Zerbrechens: Um die Rätsel eines Mordes zu lösen, löscht Gråbøls Lund ihr eigenes Leben gleichsam aus.
Sarah Lund, liest man zu Beginn von Hewsons Roman, „war achtunddreißig, eine ernste Frau, die unablässig die Welt um sich herum betrachtete, nie sich selbst.“ Das stimmt ebenso wie all die auf nahezu achthundert Seiten noch folgenden Charakterisierungen - aber es wirkt angesichts der filmischen Präsenz eben stets etwas eindimensional und flach.
Nicht minder gilt das für Lunds Kollegen Jan Meyer, den sich im Film Søren Malling bis zur schmerzhaften Kenntlichkeit anverwandelt - vor allem jedoch für den von Lars Mikkelsen fabelhaft vielschichtig gespielten Troels Hartmann, den Bürgermeisterkandidaten der Liberalen. Bei David Hewson wird dessen Kennedy-Appeal zwar benannt, die Figur aber doch zu einer reichlich unsympathischen Karrieristen-Charge verkleinert.


Na toll, gerade der nette Troels Hartmann wird im Buch zu einem macht- und karrieregeilen Politiker gemacht. *grrrr* :((  Allein das wäre schon ein Grund für mich, das Buch nicht zu kaufen. Ich werde es aber auch nicht kaufen, selbst wenn Troels in ihm genau so wie in der Serie wäre. Ich kaufe niemals Bücher, wenn ich die Handlung schon längst aus einem Film oder einer Serie kenne.

In Großbritannien ist das Buch übrigens ebenfalls erschienen und hat da etwa ein Jahr lang gar nicht mal so schlechte Verkaufzahlen gehabt, wie der Autor des FAZ-Artikels schreibt. Bei Amazon UK habe ich mir eben mal ein paar Leserkritiken durchgelesen, die meistens auch positiv sind, aber die wurden häufig von Leuten geschrieben, die nur das Buch gelesen, aber leider nie zuvor die Serie gesehen haben.


P.S.: Vom selben Autoren gibt es seit Januar 2013 auch ein Buch zum zweiten Fall von Sarah Lund.

Re: Roman zur 1. Staffel

Antwort #2
Muss man denn unbedingt nachträglich noch Bücher über eine Serie schreiben, wenn die schon mehrmals im Fernsehen lief? Ich weiß nicht...
Mich interessiert das Buch zur ersten Staffel jedenfalls kein bisschen, und wenn in dem auch noch einiges und einige Personen ganz anders beschrieben werden, als sie es in den Serienfolgen sind, interessiert es mich schon mal gar nicht.

Re: Roman zur 1. Staffel

Antwort #3
Da kann ich mich dir nur anschließen. Ich will das Buch noch nicht mal geschenkt haben... :amused:
Es ist aber doch sehr erstaunlich, dass der Verkauf von dem in UK wohl ganz gut gelaufen ist. Aber da gab es ja auch einen rieseigen Hype um die Serie, die Engländer waren ja ganz verrückt auf sie. Hier in Deutschland blieb der ganz große Rummel um die ja eher aus.
Deswegen kann ich mir auch nicht vorstellen, dass mit dem Buch zur 1. Staffel und auch denen zu den Staffeln 2 und 3 große Umsätze gemacht werden.

 
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